Toleranz und Akzeptanz

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Toleranz und Akzeptanz

Beitrag von Schattenwal » 27.01.2015 11:54

Jemanden zu tolerieren bedeutet dessen Ansichten zu hören und für eine mögliche Deutungsweise in Betracht zu ziehen.
Jemanden zu akzeptieren bedeutet dessen Ansichten zu teilen und sich in dieser Deutungsweise wiederzufinden.


Nun meine Frage:

Warum wird PEGIDA eigentlich nicht toleriert, wo diese Vereinigung doch aus rechtsstaatlicher Sicht keine Fehler macht?

:hrm:
Das ist noch lang kein Grund hier so rumzuschreien.

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Re: Toleranz und Akzeptanz

Beitrag von Fussballgott » 27.01.2015 16:14

Nach deiner Definition ist doch alles OK: Sie nehmen ihr Recht auf Meinungsäßerung wahr und werden gehört (wohl oder übel). Was die Deutungsweise betrifft, kann ich dir nicht ganz folgen...Was meinst du damit? Ich für meinen Teil habe entschieden, die meisten dieser Ansichten nicht für mich in Betracht zu ziehen. Ganz einfach, weil sie meinem Wertekanon nicht entsprechen.

Eine andere Definition spricht bei Toleranz vom "Geltenlassen" und "Gewährenlassen" fremder Handlungsweisen, Überzeugungen und Sitten. Auch hiernach kann ich keine "Nachteile" für Frau Oertel & Co. sehen.

Anders gefragt: Welches Maß an (In-)Toleranz bringt Pegida anderen Leuten entgegen?

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Re: Toleranz und Akzeptanz

Beitrag von Sickboy » 27.01.2015 16:51

Ich versuche auch mal hier etwas beizutragen.

Also wenn man das Kürzel PEGIDA wortwörtlich auseinander nimmt und nur dessen Bedeutung sieht, dann stimme ich dem Fussballgott in dem Punkt zu das ich diese Ansicht nicht für mich in Betracht ziehe. Soll heißen zur Zeit sehe ich keine Islamisierung des Abendlandes. Aber darum geht es ja nicht nur bei dieser Demonstration. Wäre der Slogan anders gewesen, hätte ich mich mit in die Demo eingereiht um gegen einen Krieg gegen Russland zu demonstrieren.

Fakt ist das die ersten 500 Typen die sich unter PEDIGA versammelt haben ganz sicher die Oberfaschisten/Obernazis schlechthin waren...und für die hab ich nicht im geringsten Toleranz. Aber ich toleriere diejenigen Menschen in Dresden die sich dem Protestmarsch angeschlossen haben, allerdings aus anderen Gründen als die Islamisierung des Abendlandes.

Jetzt muß ich aber nochmal bisschen ausholen...sorry ;)

Im Grunde ist die PEDIGA doch in Ungnade gefallen weil sie durch Neonazis organisiert wurde. Nennen wir diese Menschen aber jetzt mal kurz nicht Neonazis sondern irgendwie anders....ähm....sagen wir moderne Nationalisten, kann man ein wenig Brisanz aus der ganzen Geschichte nehmen. Ich versuche zu erklären wie ich das meine. Jeder Mensch auf dieser Erde darf grundsätzlich seinen Nationalstolz raus schreien. Macht es aber ein Deutscher, so läuft dieser Gefahr als Nazi abgestempelt zu werden. Warum ist das so? Ich meine jeder hat doch ein wenig Nationalstolz in sich. Stelle ich mich aber in die Öffentlichkeit und sage das laut das ich stolz bin Deutscher zu sein, nimmt alle Welt an das ich die Poltik und Handlungen von Nazideutschland verherrliche. Ich denke da liegt der Hase im Pfeffer.

So zurück zur Frage von Schattenwal warum PEGIDA nicht toleriert wird...ich hab es quasi eben versucht zu erklären. Allein die Tatsache das da eben Neonazis von der Partie sind, auch wenn es nur ein kleiner Bruchteil ist, reicht aus um die restlichen 98% über den selben Kamm zu scheren.

Nun ja...zum Schluss stelle ich an der Stelle eine Behauptung auf...wäre die NPD nicht aus dem sächsischen Landtag geflogen, hätte es nie PEGIDA gegeben. Aber die 500 Obernazis wollten sich Gehör verschaffen umd haben dies geschafft indem sie das angesprochen haben was viele Bürger beschäftigt.

Hilf mir mal Gurney...vor einiger Zeit hast du mir mal davon erzählt das es eine neue Art der Einstufung von Parteien gibt....also nicht mehr links und rechts, sondern bürgerlich und noch irgendwas.
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Re: Toleranz und Akzeptanz

Beitrag von Bender » 27.01.2015 18:54

Freud nutze den Begriff "Es", Jung (wie z.B. auch Dahlke) sprechen hier vom "Schatten".
Gemeinhin bekannter sollten die dazugehörigen Begriffe sein wie Verdrängung, Projektion oder Reaktionsbildung.

Wenn irgendein Thema mit solcher Heftigkeit bekämpft wird wie PEGIDA (noch dazu jeglicher Logik entbehrend), dann sind dort so einige dieser Abwehrmechanismen im Spiel. Und diese stehen, so wie die Liebe, weit über jeglichem Verstand.

Islam, Rechts, Links, Ausländer, NPD, AfD, Nazis. Darum geht es nicht. Auf beiden Seiten nicht.

Die Pegidas "kämpfen" hier symbolisch gegen die verlogenen, manipulativen Anteile der (eigenen) Mutter. Nicht ohne Zufall folgendes: der Initiatior war ein Mann, die Nachfolgerin strahlt wenig mütterliche Wärme aus, die Mehrzahl der Pegidas ist männlich, die Mehrzahl der zum Dialog bereiten Politiker ist männlich, unser Land wird derzeit von einer Frau geführt, die ihren rebellierenden Kindern die Liebe entzieht für das was sie tun...

Und die Gegner "kämpfen" für den Erhalt dieser Mutterliebe, gegen diese Bewegung, da sie die eigene Abwehr erschüttert, und das macht (unbewusst) eine Scheißangst! Schließlich gibt es Dinge, an denen DARF nicht gerüttelt werden, sonst gibt es ein paar hinter die Löffel. Und um das zu vermeiden kann man schonmal ein paar Leute diffamieren oder ein paar Facebook-Freunde opfern.
Wenn der äußere Kampf gut verläuft, dann beruhigt das schließlich auch die bösen Geister im Inneren.

Toleranz erwächst nur einem weitestgehend reifem, freiem Menschen (gibt es den irgendwo??), dies kann man nicht "fordern" oder intellektuell herbeiführen.
Und von den stark symbiotisch gebundenen Menschen der Gegenbewegung kann dies erst recht nicht erwartet werden. Wie sollen diese etwas tolerieren, was so sehr an den Gitterstäben der eigenen Ängste rüttelt? Das ist schließlich eine extreme Bedrohung für das eigene Seelenheil! Ihr armen Ausländer: ich liebe euch doch alle...

Genausowenig wie den Pegidas der Sündenbock "Islamisierung" klar zu machen ginge.
Oder den Linken die Nazis.
Oder den Nazis die Juden.
usw.

Von daher: "echte" Toleranz gibt es nur von "echten" (im Sinne von : authentischen) Menschen. Also keine Chance bei Pegida und Anti-Pegida.
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Re: Toleranz und Akzeptanz

Beitrag von Gurney Halleck » 28.01.2015 15:12

Was wäre denn eine praktische Schlussfolgerung draus? Die Mutti absägen und wieder nen Vater an die Stelle wählen? Würde das irgendwas ändern, außer dass dann vielleicht nicht mehr die große Mutterliebe als Dauererwartungshaltung vor sich hergetragen wird?

Ich trag mal ein wenig Gedankenkauderwelsch dazu bei. Obs hilfreich oder nicht.

Ich denk oft drüber nach, an welcher Stelle ein Denken anfängt, welches dann nicht mehr als tolerant zu bezeichnen ist:
Das eine Gruppe, aus welchem Grund auch immer, ein Wir-Gefühl formuliert, kann ich nachvollziehen. Das diese Gruppe um sich zu definieren, scheinbar mangels anderer Gemeinsamkeiten, dann oft von anderen abgrenzen muss, um zu einem Wir-Verständnis zu kommen; damit hab ich schon eher Schwierigkeiten. Ich verstehe das aber auch noch - da ich ja ich bin und das ja auch deshalb weiß, weil ich klar sagen kann, was ich nicht bin. Dass dann diese Wir-Gruppe aber ganz oft (ich vermeide zunächst mal den Ausdruck "immer") eine andere Gruppe braucht (warum eigentlich?) auf die sie mit dem Finger zeigen und sagen kann: "Ihr gehört nicht dazu!" da bin ich fast schon raus aus dem Spiel. Vor allem wenn eine Zugehörigkeit zum "Wir" die "Wir-Teilnehmer" privilegierter macht gegenüber denen, die unverschuldet nicht dazu gehören dürfen. Und wenn dann noch die Anderen für schuldig erklärt werden an allen Übelkeiten, welche den "Wirs" zustoßen, dann komm ich nicht mehr mit. Obwohl sich das ganz oft so zuträgt, ist es ganz schwierig nachzuvollziehen, warum das jedes Mal so sein muss.

Wie gesagt, ...welsch.
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Re: Toleranz und Akzeptanz

Beitrag von Animal » 28.01.2015 19:05

Ich weiss nicht genau wohin ich das packen soll, also hier, obwohl es zu PEGIDA gehört, aber eben auch um den Sinn.

Für mich ist PEGIDA mit einer eindeutigen Nachricht versehen. GEGEN die Islamisierung des Abendlandes. Daraus ist sie entstanden - und davor hier Angst zu haben ist aufgrund der Prozentzahlen sinnfrei. Unter diesem Banner laufen viele Menschen mit. Jetzt gibt es auch Zahlen die einen Anstieg anti-islamischer Straftaten seit der Gründung verzeichnen. Wenn ich höre, dass man unter solch einem Banner loszieht, bin ich auch dagegen - ich habe kein Problem gegen jemanden zu sein, der von vornherein gegen jemanden ist. Wenn sich jetzt der typische PEGIDA-Gänger einer Beschreibung entzieht, weil ja keiner so richtig statements gibt, reiht er sich meiner Meinung nach in das Dagegen-Sein ein. Gebildet...ich weiss nicht, sehe ich nicht so. Man sollte in der Lage sein, so wichtige Anliegen wie die Unzufriedenheit gegenüber der Regierung etwas smarter verpacken zu können. Aber ich glaube dass ist ein grundlegendes Problem das hier angesprochen wurde (also bei II), nämlich das Recht auf Diskurs, gleich welcher Gesinnung.

Und was ich nicht checke...schreien denn nicht viele 'Wir sind Marionetten der USA' in den Reihen der Bewegung? Aber ist, wenn überhaupt oder zumindest scheinbar überhaupt, Nordamerika der bona fide Feind des Islam? Ich kann dem nicht ganz folgen...

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Re: Toleranz und Akzeptanz

Beitrag von Bluntman » 28.01.2015 19:14

Animal hat geschrieben:Und was ich nicht checke...schreien denn nicht viele 'Wir sind Marionetten der USA' in den Reihen der Bewegung? Aber ist, wenn überhaupt oder zumindest scheinbar überhaupt, Nordamerika der bona fide Feind des Islam? Ich kann dem nicht ganz folgen...
Ganz (also so richtig ganz ganz ganz) sicher, dass du nicht aus Versehen in einem PAGADA Stream gelandet bist?
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Re: Toleranz und Akzeptanz

Beitrag von Gurney Halleck » 28.01.2015 20:48

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Animal hat geschrieben:ich habe kein Problem gegen jemanden zu sein, der von vornherein gegen jemanden ist.
Du, glaub mir, der Gedanke ist mir nicht fremd. Aber nur deswegen, dass ich diesen Gedanken jahrelang für richtig hielt, ist er noch nicht richtig.
Denn was heißt denn das eigentlich oder löst das etwa irgendwas? Toleranz nur für die Toleranten? Ablehnung für die Ablehnenden? Essen nur den Essenden? Hunger nur den Hungernden? Frieden nur für die Friedfertigen? Erlösung nur für die Erlösten? Langes Leben nur für die Langlebigen. Glück nur für die Glücklichen. Deutschland nur den Deutschen?

Sieht nicht so aus, als führte dieses Konzept irgendwo hin.

Animal hat geschrieben:von vornherein
Was heißt das? Wird man so gezeugt oder geboren? Wohl eher nicht.
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Re: Toleranz und Akzeptanz

Beitrag von Animal » 29.01.2015 14:54

Toleranz nur für die Toleranten...guter Punkt. Nein, ich glaube das löst nichts. Was auch 'von vornherein' guten Gegenschub bringen kann. Niemand ist so geboren, und jemanden ignorieren oder mit der gleichen Anti-EInstellung gegenüber zu treten wird diese Menschen niemals von ihrer Einstellung abbringen. Diskussionen allerdings haben eine gute Chance. Ich werde versuchen mehr in diese Richtung zu gehen, tut mir bestimmt auch gut.

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